Biographie

Wie alles kam

Es gab viele musikalische Einflüsse, die mich zur Bassgitarre brachten. Aber ich glaube, es war Mike Oldfields Tubular Bells, das meine Begeisterung für dieses Instrument endgültig weckte. Besonders faszinierte mich die Passage, in der Oldfield die verschiedenen Instrumente einzeln vorstellt.

Schon damals hatte ich das Gefühl, dass es in einem musikalischen Arrangement eine besondere Kraft gibt, die alles zusammenhält. Ein Instrument, das sich nicht unbedingt in den Vordergrund drängt, sondern durch die richtigen Töne im richtigen Moment dafür sorgt, dass die Musik als Ganzes funktioniert.

Diese Vorstellung hat mich nie wieder losgelassen. Bis heute fasziniert mich am Bass weniger die Möglichkeit, im Rampenlicht zu stehen, als die Kunst, gemeinsam mit anderen Musikern etwas entstehen zu lassen, das größer ist als die Summe seiner Teile.

Die ersten Jahre

Als meine Eltern mir mit 16 Jahren in einem Musikgeschäft in Sunderland meine erste Bassgitarre kauften, war es endgültig um mich geschehen. Es war eine Marlin, ein preiswertes Einsteigerinstrument mit der für die 1980er Jahre typischen, eher bescheidenen Verarbeitungsqualität. Aber ich liebte diesen Bass.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich abends im Bett lag, ihn anschaute und davon träumte, was wir beide eines Tages zusammen erreichen könnten.

In den 80er Jahren schien jeder Rockstar werden zu wollen. Überall entstanden Rock- und Punkbands, und in so mancher Garage mussten die Autos weichen, um Platz für Schlagzeug, Verstärker und große musikalische Träume zu schaffen.

Meine erste Band, mit der ich regelmäßig auftrat, war 50/50, eine Rockband mit zwei Gitarren, die vor allem an der Universität Stirling in Schottland spielte. Dort studierte ich damals, wobei die Musik gelegentlich deutlich mehr Aufmerksamkeit bekam als mein Studium.

Musikalische Entdeckungen

In dieser Zeit wechselte ich zu einem Aria Pro II Bass und lernte Stuart McKay kennen, der zu einem meiner besten Freunde wurde. Stuart war ein hervorragender Slap-Bassist und brachte mir musikalisch und technisch eine Menge bei.

Gemeinsam tauchten wir immer tiefer in die Welt des Bassspiels ein. Wir besuchten die British Music Fair in London, schauten bei Status Graphite in Essex vorbei und pilgerten regelmäßig zum legendären Bass Centre in Wapping.

Es war eine aufregende Zeit für Bassisten. Musiker und Bands wie Level 42, Living Colour, Uzeb und die Red Hot Chili Peppers zeigten, wie vielseitig, rhythmisch und ausdrucksstark die Bassgitarre sein konnte.

Mich begeisterte diese Virtuosität, aber ebenso sehr interessierte mich die andere Seite des Bassspiels: der Groove, das Zusammenspiel und die Fähigkeit, mit wenigen, bewusst gewählten Tönen einem Song seinen Charakter zu geben.

So fand ich zunehmend meinen Weg in die Funk-, Blues- und Jazzszene. In Leeds und später in Glasgow spielte ich mit unterschiedlichsten Musikern und stand regelmäßig auf Bühnen in Bars und Clubs, von Largs bis London.

Diese Jahre haben mich nachhaltig geprägt. Unterschiedliche Besetzungen, musikalische Stile und Mitmusiker lehrten mich, aufmerksam zuzuhören, mich schnell auf neue Situationen einzustellen und vor allem das zu spielen, was die Musik gerade braucht.

Der Bass ist geblieben

Nach einer Phase, in der die Musik etwas in den Hintergrund trat, und meinem Umzug nach Deutschland fand ich schließlich wieder zurück auf die Bühne.

Heute spiele ich in unterschiedlichen musikalischen Zusammenhängen, von Blues und Rock über Pop und Soul bis zu Funk und Jazz. Besonders schätze ich die Abwechslung und die Herausforderung, mich auf neue Songs, Musiker und musikalische Konzepte einzulassen.

Dabei hat sich meine ursprüngliche Begeisterung für die Rolle des Basses kaum verändert. Im Gegenteil: Mit zunehmender Erfahrung wird mir immer bewusster, wie viel Wirkung in einem guten Groove, einer präzise gesetzten Note oder auch einer bewusst gelassenen Pause liegen kann.

Für mich bedeutet gutes Bassspiel nicht, möglichst viele Töne zu spielen. Es bedeutet, die Musik zu verstehen, den anderen Musikern zuzuhören und gemeinsam einen Sound zu schaffen, der das Publikum erreicht.

Gemeinsam Musik machen

Heute verstehe ich mich als vielseitigen Live-Bassisten, der sich schnell in bestehende Bands und musikalische Projekte einarbeiten kann. Ob als festes Bandmitglied, für einzelne Auftritte, als Vertretung oder für Sessions: Ich bringe Erfahrung, sorgfältige Vorbereitung und vor allem Freude am gemeinsamen Musizieren mit.

Mein Anspruch ist dabei immer derselbe: ein verlässliches musikalisches Fundament zu schaffen, den Song zu unterstützen und dazu beizutragen, dass die ganze Band gut klingt.

Denn am Ende zählt nicht, wie viele Töne der Bassist gespielt hat, sondern wie gut die Musik beim Publikum angekommen ist.

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